„Aus einer Mücke keinen Elefanten machen“ –

Unter diesem Motto fand am 5. November in der Theodor-Heuss-Realschule ein Vortrag für Eltern statt. Die Referentin Frau Simone Kriebs lud die Zuhörer in ihrem inspirierenden und kurzweiligen Vortrag auf eine Reise durch die Widrigkeiten der Erziehung von Kindern ein. Sie machte deutlich, dass Eltern und Kinder aus ihrer „Komfortzone“, wie sie es nannte, herauskommen müssten, um Veränderungen im Miteinander innerhalb der Familie und im Verhalten der Kinder zu bewirken. Diese Veränderungen seien notwendig und müssten eingeübt werden. Dabei warnte sie vor Überforderung. Auch unterschied sie zwischen dem Verantwortungsbereich der Eltern und dem des Kindes, der sich je nach Alter des Kindes entsprechend verschieben würde. Frau Kriebs ermunterte die Eltern, bei Dingen, die nicht verhandelbar sind, nicht zu diskutieren. Es würde manchmal einfach zu viel geredet. Stattdessen empfahl sie freundliche Konsequenz, wies aber auch darauf hin, dass es Eltern nicht immer leicht fiele, standhaft zu bleiben, weil dies zu unerwünschten Reaktionen der Kinder führen könne. Mit einem theoretischen Einschub über die Mechanismen im Gehirn bei Stress bzw. bei Wohlbefinden warb sie um Verständnis für Reaktionen und Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen, die bei Eltern zu Verärgerung führen. Anhand des Tiertypen-Modells erläuterte Frau Kriebs die unterschiedlichen Charaktere von Kindern und zeigte anhand von Beispielen, dass Kinder am ehesten wie gewünscht reagieren, wenn sie entsprechend ihres Charakters angesprochen werden. Die Referentin machte deutlich, dass gerade in Konfliktsituationen ein entspannter Umgang hilfreich sein kann und dass Eltern auch „gönnen können“ sollten. Das Vertrauen in die Fähigkeiten des eigenen Kindes hilft, in schwierigen Situationen gelassen zu bleiben. Zum Schluss zeigte sie einige Möglichkeiten auf, wie Eltern ihrem Kind das Gefühl geben können, trotz aller Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen geliebt zu werden. Ein Kind, das sich geliebt fühlt, ist weniger auffällig. Neben Lob und Anerkennung oder Zeit nur für das Kind ermutigte sie die Eltern, ihren Kindern Erfahrungsspielräume zu geben, innerhalb der sie sich erproben könnten. Dieser Vortrag gab hoffentlich einige neue Impulse für Eltern im Umgang mit ihren Kindern und führt vielleicht zu mehr Gelassenheit und weniger Konflikten. Ein großer Dank gilt dem Förderverein der Realschule, der durch seine finanzielle Unterstützung diesen Vortrag erst möglich machte.